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Bürgschaftsbank und MBG vor großen
Herausforderungen, aber gut „gewappnet“

Sowohl der Verlauf des jeweiligen Geschäftsjahres 2019 als auch die sich aus der Corona-Pandemie für dieses Jahr (und darüber hinaus) ergebenden Herausforderungen standen im Mittelpunkt der – situationsbedingt – am 28. April erstmals virtuell und nicht mit physischer Anwesenheit durchgeführten Aufsichtsratssitzungen und Gesellschafterversammlungen von Bürgschaftsbank und Mittelständischer Beteiligungsgesellschaft. Ebenfalls in diesem Format wurde am 21. April in einer gemeinsamen Verwaltungsratssitzung der Kreditgarantiegemeinschaften die Gesellschafterversammlung der Bürgschaftsbank vorbereitet.

Im vergangenen Jahr gingen bei der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg GmbH insgesamt 2.126 Anträge auf Übernahme einer Bürgschaft ein, die ein Kredit- und Beteiligungs-Volumen von 585,7 Mio. € und ein Bürgschafts- und Garantie-Volumen von 252,6 Mio. € repräsentieren, das nahezu dem Volumen des Jahres 2018 entspricht. Genehmigt wurden 1.789 (Vorjahr: 1.973) Fälle mit einem Kredit- und Beteiligungs-Volumen von 505,6 Mio. € und einem Bürgschafts- und Garantie-Volumen von 302,5 Mio. € (Vorjahr: 303,1 Mio. €).

Im ersten Quartal dieses Jahres, also noch vor den Corona-bedingten Einschnitten, hat die Nachfrage nach Bürgschaften und Garantien mit 568 Anträgen (+ 1,4 %) und einem beantragten Volumen in Höhe von 90,8 Mio. € (+1,1 %) gegenüber dem Vorjahr leicht zugenommen; in den Folgequartalen wird jedoch mit einem drastischen Anstieg der Anträge gerechnet.

Die Vorstände der Bürgschaftsbank, Dirk Buddensiek und Guy Selbherr, konnten wiederum über eine positive Entwicklung bei den Ausfällen berichten. Insgesamt sind im vergangenen Jahr 228 (Vorjahr: 232) Engagements mit einem Volumen von 14,6 Mio. € (Vorjahr: 18,1 Mio. €) notleidend geworden. Damit ist die Ausfallquote (bezogen auf den Bürgschafts-/Garantiebestand in Höhe von 1,567 Mrd. €) von 1,2 % auf 0,9 % gesunken. Insgesamt konnte sich der Aufsichtsrat – für den LVI nahm Wolfgang Wolf teil – von einer nach wie vor äußerst soliden Situation der Bank überzeugen. Auch konnte ein weiteres Mal die herausragende Stellung dieser Selbsthilfeeinrichtung der Wirtschaft im bundesweiten Vergleich konstatiert werden. Von den bundesweit 5.299 ausgegebenen Bürgschaften und Garantien mit einem Kredit- und Beteiligungs-Volumen von 1,676 Mrd. € entfielen 31,9 %, bezogen auf die Anzahl und 28,2 % auf das Volumen.

Die Beschlüsse der ebenfalls am 28. April durchgeführten Gesellschafterversammlung der Bürgschaftsbank waren zuvor am 21. April in einer von Wolfgang Wolf geleiteten gemeinsamen Verwaltungsratssitzung der Kreditgemeinschaften (KGG’en) des Handwerks, des Handels, des Gartenbaus, von Industrie, Verkehrs- und Gastgewerbe (IVG), der Freien Berufe sowie der KGG in Baden-Württemberg vorbereitet worden.

In der ebenfalls von Wolfgang Wolf als Vorsitzendem geleiteten Aufsichtsratssitzung und Gesellschafterversammlung der MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg GmbH wurde deutlich, dass das Jahr 2019 für den deutschen Beteiligungskapitalmarkt ein Rekordjahr war, während der Venture Capital Markt zwar im längeren Trend eine positive Tendenz aufweist, sich bezogen auf 2019 aber relativ volatil zeigte. Bei der MBG, die sich in einem schwierigen Marktumfeld bewegt, nahm der Antragseingang 2019 sowohl in der Anzahl als auch im Volumen wieder leicht zu. Mit 116 Anträgen über ein beantragtes Volumen in Höhe von 39,3 Mio. € (Vorjahr: 111 Anträge mit 33,0 Mio. €) stiegen die Werte wieder nahezu auf das Niveau des Jahres 2017. Im ersten Quartal 2020 erreichten die MBG 22 Anträge mit einem Volumen von 7,7 Mio. €, womit in etwa das Vorjahresniveau erreicht werden konnte. Die Anzahl der Genehmigungen war mit 96 Fällen (Vorjahr: 105) zwar leicht rückläufig; demgegenüber nahm das Beteiligungsvolumen jedoch von 31,7 Mio. € auf 33,9 Mio. € zu. Kernbereich blieben auch im vergangenen Jahr die Programme „Unternehmensnachfolge“ sowie „Expansion und Unternehmenssicherung“ mit den jeweils höchsten Anteilen an den Genehmigungen. Bezogen auf die Wirtschaftszweige hatte wiederum die Industrie den größten Anteil mit 46 Engagements, die ein Beteiligungsvolumen in Höhe von 18,5 Mio. € darstellen.

Während sich das Volumen bei den Ausfällen (6,5 Mio. € gegenüber 7,4 Mio. € im Vorjahr) verringerte, stieg die Fallzahl von 23 auf 25; die Ausfallquote sank damit von 3,0 % (2018) auf 2,8 %. Insgesamt umfasste das Portfolio der MBG am 31.12.2019 786 Beteiligungen mit einem Volumen von 219,8 Mio. €.