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Mittelstandsforum Baden-Württemberg

Am 17. November fand zum 18. Mal das Mittelstandsforum Baden-Württemberg statt, das vom Staatsministerium Baden-Württemberg gemeinsam mit zahlreichen Partnern, darunter auch unsere Mitglieder, die Bürgschaftsbank und Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg sowie die Süddeutsche Krankenversicherung a.G., und in diesem Jahr mit Podiumsgast Iris Plöger (Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung) durchgeführt wurde.

Nach einer Keynote von Ministerpräsident Winfried Kretschmann MdL führte Detlev Leisse (Geschäftsführer der Convent Kongresse GmbH) in den Konferenztag ein und gab einen Überblick über das Programm, das sich unter anderem mit Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten digitaler Innovationen, der Finanzierung notwendiger Transformationsprozesse oder Investitionen in den Klimaschutz beschäftigte.

Am Vormittag wurden in drei Etappen jeweils drei verschiedene Fachforen parallel angeboten. In der ersten Etappe konnte man sich über „Digitales und effektives Währungsmanagement: S-Treasury Mittelstand – Die smarte Lösung für Ihr Unternehmen“, „Klimaschutz und nachhaltige Bauweise zahlen sich aus: Potenziale aufdecken und Chancen ergreifen“ sowie „Post-Corona – Steuer-, straf- und haftungsrechtliche Risiken für den Mittelstand“ informieren. In der zweiten Etappe wurden gleich zwei Foren von UBW-Mitgliedern bespielt, nämlich in dem Forum zu „gesunder Belegschaft als Erfolgsgeheimnis? Definitiv.“, das von der Süddeutschen Krankenversicherung a.G. organisiert wurde, und in demjenigen zu „Digital und kreativ in die Zukunft“ von der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft sowie Bürgschaftsbank Baden-Württemberg mit weiteren Partnern. Das dritte Forum beschäftigte sich mit „Nachhaltigkeit meets Digitalisierung: Bits und Brocken“.

Auch in der dritten Etappe engagierte sich ein UBW-Mitglied, nämlich in dem Forum zu „Förderkrediten – Unverzichtbarer Baustein jeder Finanzierungslösung, aber flexibel gestalten“, das der Genossenschaftsverband Baden-Württemberg mit weiteren Partnern ausrichtete. Die anderen beiden Foren widmeten sich „Digitalisierung leicht gemacht: Fördermöglichkeiten für digitale Innovationen im Mittelstand“ und „Mit Corporate Venturing fit für die Zukunft“.

Am Nachmittag tauschten sich im Plenum Iris Plöger (Mitglied der Hauptgeschäftsführung unseres Dachverbandes BDI), Isabel Grupp (Geschäftsführerin der Plastro Mayer GmbH) und Claas Tatje (Redakteur Wirtschaft, DIE ZEIT) zu „Deutschland nach der Wahl – Erwartungen an die neue Bundesregierung aus Sicht der Wirtschaft“ aus. Iris Plöger forderte in ihren Statements die neue Bundesregierung auf, Deutschland zukunftsfähig zu machen, damit wir weiter erfolgreicher Industriestandort und Innovationsland bleiben. Auch betonte sie, wie wichtig Wirtschaft in Deutschland, im Industrieland Baden-Württemberg jedoch ganz besonders, sei und als Rückgrat der Gesellschaft einen sehr wichtigen Beitrag, zu Wohlstand und Arbeitsplätzen leiste.

Auch plädierte sie dafür, das sogenannte Gold-plating deutlich zu minimieren und ohnehin schon strenge Regelungen der EU nicht noch weiter zu verschärfen, und forderte in diesem Zusammenhang ein weiteres Mal, mehr auf De-Regulierung und freie Marktwirtschaft zu setzen als immer noch mehr Regeln zu erlassen, die den Unternehmern den Freiraum für nachhaltiges Wirtschaften nehmen. Im Hinblick auf die zahlreichen Herausforderungen, die auf Grund der Transformationsthemen vor uns liegen, führte sie aus, dass eine stärkere technologische Souveränität in Europa dringend notwendig sei. „Wir haben keine Zeit zu verlieren, wir haben jetzt schon einen erheblichen Rückstand“, mahnte sie, „um die Souveränität zurückzugewinnen, müssen ganz gewaltige Summen in diese neuen Technologien gesteckt werden“, führte sie weiter aus.

Ganz eng damit verknüpft ist auch die Frage der Digitalisierung, die nach ihrer Einschätzung gemeinsam mit dem auch in der Digitalisierung vorliegenden Rückstand im Vergleich zu anderen Ländern in Deutschland und der EU eine große Herausforderung seien, insbesondere im ländlichen Raum und zu Corona-Zeiten. Sie stellte fest, dass wir im Bereich Digitalisierung und Schule in den letzten anderthalb Jahren praktisch nicht vorangekommen seien und hier dringender Aufholbedarf bestünde. Schließlich ging sie auf die Steuerpolitik ein und beschrieb, wie stark Steuererhöhungen Wachstum und Innovation behinderten. Aus der Krise könnten wir, so Iris Plöger, nur mit mehr Wirtschaft herauskommen, nicht mit weniger.

UBW war im Vorfeld des baden-württembergischen Mittelstandsforums in die Vorbereitung von Iris Plöger involviert gewesen und hatte dem BDI einige Baden-Württemberg-spezifische Positionen bereitgestellt, die sich in ihren Statements wiederfanden. An dem Mittelstandsforum nahmen für UBW Geschäftsführerin Constanze Wolf und Jeannine Scherrer (UBW-Kommunikationsabteilung) teil.